Target Value Delivery (TVD) ist ein Lean-Ansatz, bei dem ein Projekt ausgehend vom erwarteten Wert gestaltet wird, statt zu spät festzustellen, dass Kosten, Termine oder Performance nicht mehr beherrscht werden.
Im Unterschied zu klassischen Ansätzen, bei denen Kosten oft erst nach der Planung bewertet werden, integriert TVD von Beginn an:
- Projektziele,
- wirtschaftliche Rahmenbedingungen,
- Nutzungen,
- erwartete Performance,
- und die globale Wertschöpfung.
Ziel ist nicht nur, "ein Budget einzuhalten".
Ziel ist es, ein Projekt zu gestalten, das:
- kohärent,
- leistungsfähig,
- betreibbar,
- und auf die realen Bedarfe des Kunden und der Nutzer ausgerichtet ist.
Einfache Definition
Target Value Delivery ist eine kollaborative Planungsmethode aus dem Lean Construction.
Das Grundprinzip ist einfach:
Kosten, Wert und Performance werden von Beginn des Projekts an zu Gestaltungsparametern.
In einem klassischen Ansatz:
- wird das Projekt geplant,
- dann werden die Kosten geschätzt,
- und Anpassungen kommen oft zu spät.
Das führt häufig zu:
- Nacharbeit,
- späten Entscheidungen,
- Wertverlust,
- und Projektspannungen.
TVD kehrt diese Logik um.
Das Projekt wird gestaltet:
- ausgehend von Wertzielen,
- realen Rahmenbedingungen,
- und erwarteter Performance.
TVD versucht dadurch auszurichten:
- Nutzerwert,
- Zielkosten,
- Qualität,
- Termine,
- späteren Betrieb,
- und Nachhaltigkeit.
Warum es wichtig ist
In vielen Projekten:
- driften Kosten schrittweise ab,
- werden Entscheidungen reaktiv,
- und manche Entscheidungen verschlechtern den Gesamtwert des Projekts.
Sehr häufig:
- werden Planungsentscheidungen zu früh fixiert,
- arbeiten Beteiligte in Silos,
- und reale Auswirkungen von Entscheidungen werden spät sichtbar.
Das Ergebnis:
- Mehrkosten,
- Verzögerungen,
- sinkende Qualität,
- Konflikte,
- Verlust operativer Performance,
- und manchmal schwer betreibbare Assets.
TVD versucht dagegen:
- Abwägungen sichtbar zu machen,
- Rahmenbedingungen von Beginn an zu integrieren,
- und ein gemeinsames Verständnis von Wert aufzubauen.
Dieser Ansatz ist besonders relevant, wenn:
- Projekte komplex sind,
- wirtschaftliche Anforderungen hoch sind,
- Schnittstellen zahlreich sind,
- oder Betriebsanforderungen kritisch sind.
Konkretes Beispiel
In einem Krankenhausprojekt:
schlagen Planungsteams mehrere sehr leistungsfähige technische Lösungen vor.
Einige Optionen jedoch:
- erhöhen die Betriebskosten stark,
- machen die Instandhaltung komplexer,
- oder verschlechtern die zukünftige Flexibilität des Gebäudes.
In einem klassischen Ansatz:
- werden diese Auswirkungen manchmal spät entdeckt,
- nach mehreren Monaten Planung.
Mit einem TVD-Ansatz:
- Kosten,
- Nutzungen,
- Instandhaltung,
- und Betrieb
werden sehr früh in Entscheidungen integriert.
Teams können dann:
- Varianten vergleichen,
- gemeinsam abwägen,
- und die Lösungen wählen, die über den Lebenszyklus den größten Gesamtwert schaffen.
Häufige Fehler
TVD auf eine Kostensenkungsmethode reduzieren
TVD optimiert den Gesamtwert des Projekts, nicht nur das Budget.
Die Planung zu früh einfrieren
Einige zu früh getroffene Entscheidungen begrenzen Optimierungsmöglichkeiten stark.
Ohne Integration des späteren Betriebs planen
Die größten Kosten entstehen oft nach der Projektübergabe.
In Silos arbeiten
Abwägungen werden leistungsfähiger, wenn die Beteiligten wirklich zusammenarbeiten.
Zielkosten als rein finanzielles Ziel betrachten
Zielkosten müssen verbunden sein mit:
- Wert,
- Nutzungen,
- und der Gesamtperformance des Projekts.
Kennzahlen
TVD nutzt mehrere Kennzahlen zu Wert und Gesamtperformance:
- Einhaltung der Zielkosten
- Anzahl der Planungsiterationen
- Nacharbeitsrate
- Entscheidungszeit
- Lebenszyklus-Performance
- Geschätzte Betriebskosten
- Nutzerwert
- Grad der Baubarkeit
- CO2-Emissionen
- Verlässlichkeit der Abwägungen
- Zufriedenheit der Beteiligten
- Zukünftige Flexibilität des Projekts
Ziel ist es, die Gesamtkohärenz des Projekts zu messen, nicht nur seine unmittelbaren Kosten.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen TVD und klassischer Kostenschätzung?
Klassische Schätzung misst Kosten nach der Planung.
TVD integriert Zielkosten von Beginn der Studien an.
Will TVD Qualität reduzieren?
Nein. TVD will den Gesamtwert des Projekts maximieren.
Warum Betrieb schon in der Planung integrieren?
Weil der größte Teil der Kosten eines Assets nach der Übergabe entsteht.
Funktioniert TVD nur bei großen Projekten?
Nein. Die Prinzipien können angewendet werden auf:
- Gebäude,
- Infrastruktur,
- Industrieprojekte,
- und kleinere Vorhaben.
Ist TVD mit Umweltzielen vereinbar?
Ja. Es ermöglicht gerade die Integration von:
- CO2,
- Betrieb,
- Instandhaltung,
- und Nachhaltigkeit
in Planungsabwägungen.
Leanfinity-Angebot
Target Value Delivery / Lean Engineering
Leanfinity begleitet Organisationen bei:
- der Einführung von TVD-Ansätzen,
- der Optimierung von Projektabwägungen,
- kollaborativer Planung,
- und der Suche nach Gesamtperformance über den Lebenszyklus.
Unser Ansatz zielt darauf ab, Projekte aufzubauen, die:
- kohärenter,
- besser betreibbar,
- und stärker auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtet sind.
Wie es funktioniert
Definieren
Den Begriff und seine Rolle im operativen System klären.
Sehen
Flüsse, Engpässe, Abweichungen und Schnittstellen sichtbar machen.
Handeln
Das Prinzip in konkrete Routinen, Entscheidungen und Zusagen übersetzen.
Lernen
Abweichungen messen, um das System zu verbessern, ohne Schuldige zu suchen.
Target Value Delivery beruht auf mehreren Schlüsselprinzipien.
Den Projektwert definieren
Das Projekt klärt:
Zielkosten definieren
Die Zielkosten werden:
Kollaborativ gestalten
Die verschiedenen Beteiligten arbeiten zusammen:
Abwägungen werden kohärenter und schneller.
Mehrere Optionen erkunden
TVD fördert:
Kontinuierlich anpassen
Das Projekt lernt schrittweise:
Den Lebenszyklus integrieren
TVD berücksichtigt: